Chronik

Im Januar 1919 erwarb der damals 17-jährige gebürtige Aschaffenburger Stefan Schäfer seinen Gewerbeschein zum Handel mit Rohprodukten und Alteisen. In den ersten Jahren waren Pferd und Pferdewagen das Transportmittel, bis sie 1928 durch den ersten LKW ersetzt wurden.

Schrottabhohlung anno 1923

Von 1933 bis 1951 führte die Firma neben dem Rohproduktenhandel auch Transporte mit LKWs durch.

Im zweiten Weltkrieg wurde das damalige Betriebsgrundstück in der Hanauer Straße 62 durch zwei Bombentreffer zerstört. Der Wiederaufbau nach Kriegsende gestaltete sich schwierig. Er war erst möglich, als einige Arbeiter und LKW-Fahrer vom Krieg nach Hause zurückgekehrt waren. Vor allem auch Sohn Edgar, der erst im August 1945 aus seinem Militärdienst bei der Marine entlassen worden war und sofort in die Firma des Vaters eintrat.

Seit 1951 war er auch Mitinhaber der Firma. In den folgenden Jahren wurde eine Sortierung auf Sortierbändern und Handel mit Textilabfällen, Hauslumpen und Altpapier aufgebaut.
Der anfallende Schrott wurde zum Teil zerkleinert und an Gießereien und Stahlwerke weiterverkauft.
Da auf dem Gelände in der Hanauer Straße in Aschaffenburg keine Möglichkeiten zur Erweiterung des Betriebes bestanden, wurde 1964 die Sortierung und der Handel mit Altpapier und Textilabfällen aufgegeben.

Schrottschere der Firma Modler, Aschaffenburg

Stefan Schäfer erwarb schon in den 1950er Jahren das Gelände am Floßhafen, auf dem die Firma seitdem mit Schrott und Altmetallen handelt und diese der Wiederverwertung zuführt.

Zu dieser Zeit lag das Grundstück ideal am Ladegleis des Floßhafens, der außerdem eine optimale Anbindung an die Schifffahrt gewährleistete. Diese Standortvorteile fielen jedoch später durch die Auflösung des Floßhafens als Industriehafen weg.

Lange Zeit unterhielt die Firma daraufhin ein zweites Lager gegenüber des Südbahnhofes in Aschaffenburg, dass von der Deutschen Bundesbahn gepachtet wurde. Auf diesem Lager wurden hauptsächlich Stahlschrott und Stahlspäne per Bahn umgeschlagen. Als die Ringstraße in Aschaffenburg gebaut wurde, mußte die Firma diesen Standort aufgeben. Es wurden den Inhabern von der DB Ersatzgrundstücke angeboten. Edgar und Peter Schäfer entschieden sich letztendlich jedoch dafür, den Betrieb zu verkleinern und in Zukunft nur noch auf dem Grundstück am Floßhafen mit Schrott und Metallen zu handeln.
Klein, fein und überschaubar war die Devise, die in der Familie und bei Freunden nicht nur auf Verständnis stieß.
Heute ist das Grundstück am Floßhafen Eigentum von Frau Gerdi Schäfer und Ihren beiden Söhnen und wird über die „Edgar Schäfer Grundstücksverwaltungs-GmbH“ an die Firma „Stefan Schäfer KG“ verpachtet.

Nach dem Tod des Firmengründers im Jahre 1973 führte sein Sohn Edgar Schäfer die Firma als Alleininhaber weiter. Am 01.01.1975 trat mit Peter Schäfer der älteste Sohn von Edgar Schäfer als Mitarbeiter in die Firma ein. Zum 01.01.1985 wurde die Firma in eine KG umgewandelt, mit Edgar Schäfer als Hauptgeschäftsführer und Peter Schäfer als Teilhaber.

Am 01.01.1996 trat auch der zweite Sohn Thomas Schäfer als Angestellter in den Familien-betrieb ein. Als Edgar Schäfer im Jahre 2005 aus Altersgründen von der Firma ausschied, wurde der ältere Bruder Peter Schäfer Geschäftsführer (Komplementär/PhG) und der jüngere Bruder Thomas Schäfer Gesellschafter (Kommanditist). Das Tagesgeschäft führt seitdem der Gesellschafter Thomas Schäfer.

Bau der Lärmschutzhalle

Peter Schäfer hatte eine unglaubliche Gabe. Er konnte einfach alles reparieren, ob Ladekran, LKW, Stapler und vieles mehr. Die Firma konnte dadurch besonders in mageren Zeiten eine Menge Geld einsparen.
Der größte Verdienst von Peter Schäfer war jedoch der ständige Ausbau des Lagers am Floßhafen. Er modernisierte im Laufe der Jahre den Schrottplatz am Floßhafen von Grund auf. Der Boden wurde Stück für Stück befestigt bzw. betoniert, Schrottboxen wurden angelegt. Im Tiefbau eine Ölabscheideanlage gebaut. Diese wurde im Laufe der Jahre mehrmals modernisiert. Um die Jahrtausendwende plante Peter mit seinem Architekt eine Lärmschutzhalle, um die Nachbarn an der Obernauer Straße besser vor dem Lärm zu schützen. Als diese fertiggestellt war, erwies sich die Halle auch als Vorteil für Mitarbeiter und Kunden, da nun das halbe Lager überdacht ist, und man so vor schlechtem Wetter geschützt ab- und beladen kann.

Nach dem plötzlichen Tod von Peter Schäfer im November 2016 nahm seine Frau Gerdi Schäfer, die bis Mitte 2018 die Buchhaltung führte, den KG-Vertrag und die damit verbundene Verantwortung an, und übernahm so die Gesellschafterstellung des PhG in der „Stefan Schäfer KG“.
Das Tagesgeschäft führt weiterhin der Gesellschafter Thomas Schäfer, der seine Ausbildung zum Kaufmann bei einem Exporteur für Stahlschrotte zwischen 1984 und 1987 erlernte.
Hierbei kann die Firma von der fast 35-jährigen Erfahrung, die sich Thomas Schäfer in dieser Branche erarbeitet hat, profitieren.

Die Firma erwirtschaftete in den Jahren 2017 und 2018 mit 7 Mitarbeiter/innen und den 2 Inhabern jeweils über 2 Millionen Umsatz.

Hauptbestandteil der Firma sind heute zum einen der Ankauf von Schrott und Altmetallen von Firmen und Privatpersonen auf dem Lager am Floßhafen. Zum anderen die Abholung von Schrott und Altmetallen bei Handwerks- und Industriefirmen mittels Containerstellung.
Außerdem ist für Firmen auch eine Abholung per Ladekran möglich (z.B. auf Baustellen).

Beim Altmetallankauf auf dem Lager am Floßhafen werden alle Schrottsorten (z. B. Mischschrott, Schwerschrott, Träger, Handelsguss, Shreddervormaterial) sowie sämtliche Metallsorten und Untersorten wie z. B. Aluminium, Blei, Kupfer (auch Kupferkabel), Messing, Zink und Edelstahl (Va) angenommen.
Auch seltene Metalle wie Molybdän, Tantal, Wolfram u.v.m. kaufen wir gerne nach vorheriger Preisabsprache.

Überreichung der Urkunde zum 100jährigen Bestehen am 17.01.2019

Die gute Zusammenarbeit mit den vielen Geschäftspartnern, die jahrzehntelange Erfahrung der Inhaber und die Zuverlässigkeit der langjährigen Mitarbeiter schufen die Grundlage dafür, dass die Firma auch heute noch konkurrenzfähig ist.